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EOT
Ein Webschriftformat, das nur der Internet Explorer je brauchte. Es umzuwandeln ist meist eine Rettungsaktion.
EOT
EOT ist ein Binärformat, das nur einem Programm etwas sagt, das es kennt. Eingesetzt wird es für das Web.
Die Endung lautet .eot, der volle Name Embedded OpenType. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.
Microsoft hat es 1997 veröffentlicht.
Einem Format, das so lange lesbar geblieben ist, kann man etwas anvertrauen, das man in zehn Jahren wiederhaben will.
Sie außerhalb der herstellereigenen Software zu lesen, beruht auf der Arbeit anderer Leute — meist durch Nachsehen, nicht durch Dokumentation. Das geht meistens gut und manchmal nicht, und genau deshalb wandelt man um, was man behalten will.
Wer es gemacht hat, ist weitergezogen, und Unterstützung wird eher zurückgenommen als ergänzt. Was noch in diesem Format liegt, sollte umziehen, solange die Werkzeuge dafür noch da sind.
fonttools liest es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.
Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.
Kein Browser liest es.
Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.
EOT ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.
Die wiederkehrenden Klagen: außerhalb des eigenen Reviers ist die Unterstützung lückenhaft.
Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.
Microsoft veröffentlichte Embedded OpenType 1997, Jahre bevor irgendein anderer Browser überhaupt eine Schrift von einer Webseite laden konnte. Der Internet Explorer konnte es — und lud ausschließlich dieses Format: eine komprimierte OpenType-Schrift mit einer Liste erlaubter Domains fest eingebacken, damit eine für eine Seite lizenzierte Schrift nicht einfach auf eine andere übertragen werden konnte.
Das war das Versprechen: Webschriften mit einer technischen Antwort auf den Lizenzeinwand. Außerhalb des Internet Explorer funktionierte es nie, kein anderer Browser implementierte es, und die Domain-Sperre traf am Ende eher die Kundschaft, die für Schriften bezahlte, als jemanden, der sie kopieren wollte.
Rund ein Jahrzehnt lang erzeugte jeder Webfont-Generator denselben Block: eine EOT für den alten Internet Explorer, eine WOFF für alles Moderne, eine TTF für ältere Android-Geräte, eine SVG-Schrift für frühes iOS. Dieser Stapel wurde von Anleitung zu Anleitung kopiert und steckt bis heute in einer riesigen Zahl von Stylesheets — auch in vielen deutschen Firmenwebseiten, die seit dem letzten Relaunch niemand mehr angefasst hat.
All das ist inzwischen totes Gewicht. WOFF2 allein deckt jeden Browser ab, der noch verwendet wird; die EOT-Zeile bedient einen Browser, dessen Support Microsoft 2022 beendet hat, auf einem Betriebssystem, das selbst schon abgekündigt ist. Sie zu löschen entfernt eine Datei aus dem Build und eine Anfrage von der Seite und bricht nichts, was nicht ohnehin schon nicht funktionierte.
Deutsche Behörden und öffentliche Verwaltungen gehörten zu den letzten institutionellen Nutzern des Internet Explorer — viele Fachverfahren waren fest an ActiveX-Komponenten gebunden, die nur in diesem Browser liefen, teils bis weit in die 2020er-Jahre hinein. Wo eine Weboberfläche für diese Umgebung gebaut wurde, blieb die EOT-Zeile in der Schriftdefinition oft stehen, obwohl sie längst niemand mehr auslas.
Wird eine solche Anwendung heute abgelöst oder modernisiert, ist das der übliche Moment, in dem die alte @font-face-Deklaration überhaupt auffällt — und der Moment, die vier veralteten Zeilen auf eine einzige WOFF2-Zeile zu kürzen.
Eine EOT kann eine Liste erlaubter Domains in sich tragen. Der Internet Explorer prüfte diese Liste und verweigerte die Schrift auf jeder anderen Domain.
Eine von einer alten Seite gerettete und auf eine neue verschobene EOT lädt deshalb unter Umständen einfach nicht, ohne jede Fehlermeldung — und im Stylesheet gibt es dabei nichts zu reparieren, weil die Sperre in der Schriftdatei selbst steckt. Lädt eine alte EOT auf einer neuen Domain nicht, liegt hier der Grund, und die Antwort ist, zur ursprünglichen TTF oder OTF zurückzugehen, statt gegen die Datei anzukämpfen.
Das ist tatsächlich der Hauptgrund, das Format überhaupt anzufassen, und es ist eine Rettungsaktion: Eine alte Seite wird neu aufgebaut, die ursprünglichen Schriftdateien sind verloren, und was auf dem Server überlebt hat, ist eine EOT. Diese Seite hilft dabei nicht — fontTools, das Werkzeug hinter jeder anderen Umwandlung hier, kennt EOT nicht, und die Linux-Bibliotheken, die es könnten, stecken nicht im Konverter. Der Weg führt über ein externes Werkzeug wie FontForge oder eot2ttf.
Darunter steckt eine OpenType-Schrift mit Kompression und einem Header außenherum, sodass sich meist eine TTF oder OTF daraus gewinnen lässt. Zwei Dinge sind dann zu prüfen. Ob die gewonnene Schrift ein Teilzeichensatz ist — viele EOTs enthalten nur die Zeichen, die die alte Seite tatsächlich verwendete, und fehlende Zeichen kommen nicht zurück. Und ob überhaupt eine Lizenz besteht, sie zu verwenden, denn eine von einer Webseite geborgene Schrift ist damit noch keine Schrift, die man einsetzen darf.
WOFF2, allein, ohne Rückfallebenen. Jeder aktuelle Browser liest es, es ist die kleinste der Optionen, und was zu alt ist, um es zu verstehen, fällt auf eine Systemschrift zurück — ein Ergebnis, das völlig akzeptabel ist und weit besser, als vier Kopien einer Schrift für einen Browser auszuliefern, den niemand mehr nutzt.
Besteht irgendwo tatsächlich ein Bedarf, den Internet Explorer 8 zu unterstützen, in einem abgeschotteten internen System, bleibt die ehrliche Antwort dort ebenfalls eine Systemschrift für diesen Browser. Eine EOT-Auslieferung im Jahr 2026 zu pflegen kostet mehr, als die Schrift den drei Betroffenen wert ist.
Embedded OpenType wollte Schriftlizenzierung in der Datei selbst lösen. Dieser Ansatz setzte sich nicht durch, und die Branche einigte sich stattdessen auf eine Lösung im Vertrag: Eine Desktop-Lizenz deckt die Installation einer Schrift auf Geräten ab, eine Weblizenz — oft getrennt bepreist, nach Seitenaufrufen — deckt das Ausliefern von einer Webseite ab.
Das bedeutet, dieselbe Regel, die für eine moderne Webschrift gilt, galt auch für die EOT und gilt für alles, was man aus ihr gewinnt. Die technische Sperre ist verschwunden, die Lizenz nicht — und sie ist es, die tatsächlich entscheidet, ob eine Schrift verwendet werden darf.
| Endung | .eot |
|---|---|
| Medientyp | application/vnd.ms-fontobject |
| Herausgegeben von | Microsoft |
| Erstmals veröffentlicht | 1997 |