MBOX

Was ist eine MBOX-Datei?

Ein ganzes Postfach in einer Datei. Was ein Export aus Gmail oder Thunderbird liefert.

Was MBOX ist

MBOX ist ein reines Textformat, das sich in jedem Editor öffnen lässt. Eingesetzt wird es für E-Mail und die Archivierung.

Die Endung lautet .mbox, der volle Name Mailbox Archive. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher MBOX kommt

Es geht auf 1975 zurück. Die Spezifikation ist RFC 4155.

Einem Format, das so lange lesbar geblieben ist, kann man etwas anvertrauen, das man in zehn Jahren wiederhaben will.

Die Spezifikation ist öffentlich

Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.

Es kann mehrere Seiten in einer Datei halten

Eine MBOX-Datei ist nicht auf eine Seite beschränkt. Beim Umwandeln in etwas, das es ist, zählt das: Eine Umwandlung ergibt eine Datei mit genau einer Seite — der ersten, sofern sich die Seite nicht auswählen lässt.

Was MBOX öffnet

Mozilla Thunderbird und Apple Mail lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Kein Browser liest es.

Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.

Es ist ein Ausgabeformat

MBOX ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Vermutlich stammt sie aus Google Takeout

MBOX ist das, was ein Postfachexport liefert, und der bei weitem häufigste Weg dorthin ist Google Takeout — der Dienst, der eine Kopie des eigenen Gmail-Postfachs herausgibt. Thunderbird exportiert genauso, Apple Mail kann es auch, und die meisten Archivierungs- und Migrationswerkzeuge erzeugen MBOX, weil es das eine Postfachformat ist, auf das sich alle einigen.

Was ankommt, ist eine Datei pro Label oder Ordner, und die kann sehr groß werden. Ein Jahrzehnt E-Mail mit Anhängen sind ohne Weiteres mehrere Gigabyte, manchmal zweistellig. Diese Größe ist die erste Überraschung, und sie ist kein Fehler — die Datei enthält jede Nachricht und jeden Anhang unkomprimiert.

Der Aufbau ist eine Textdatei, in der alles aneinanderklebt

Eine MBOX ist jede Nachricht des Postfachs, hintereinander in eine einzige reine Textdatei geschrieben. Jede Nachricht beginnt mit einer Zeile, die mit „From " startet — ohne Doppelpunkt, was sie vom From:-Feld unterscheidet — und läuft bis zur nächsten solchen Zeile.

Das ist die gesamte Struktur. Kein Index, kein Inhaltsverzeichnis, keine Nachrichtengrenze außer einer Textzeile, die zufällig richtig anfängt. Ein Entwurf von 1975 mit genau den Eigenschaften, die man erwarten würde: herrlich einfach, von allem lesbar, und völlig ungeeignet, um eine Nachricht unter vierzigtausend zu finden.

Warum eine Nachricht manchmal mittendrin abgeschnitten wirkt

Weil das Trennzeichen eine gewöhnliche Textzeile ist, sieht eine Nachricht, deren eigener Text am Zeilenanfang mit „From " beginnt, wie der Start der nächsten Nachricht aus. Mailprogramme maskieren solche Zeilen beim Schreiben der Datei, meist durch ein vorangestelltes Größer-als-Zeichen, und verschiedene Programme haben das über fünfzig Jahre unterschiedlich gehandhabt.

Das ist der Grund für den Ruf des Formats, Daten zu beschädigen. Ein von einem Programm geschriebenes und von einem anderen gelesenes Postfach kann eine Nachricht abgeschnitten zeigen, zwei Nachrichten verschmolzen, oder ein überzähliges spitzes Klammerzeichen am Zeilenanfang, das im Original nicht störte. Die Datei ist nicht beschädigt — zwei Programme waren sich über eine Konvention uneinig, die nie präzise festgelegt wurde.

Eine Datei ansehen, ohne sie irgendwo zu importieren

Thunderbird ist die Standardantwort: einen lokalen Ordner anlegen, die MBOX in das Profilverzeichnis legen oder ein Import-Add-on verwenden, und die Nachrichten erscheinen als normales, durchsuchbares Postfach. Für einen einmaligen Blick in einen großen Export lohnen sich die zwanzig Minuten dafür.

Ein Texteditor öffnet die Datei ebenfalls, und bei einer kleinen ist das tatsächlich der schnellste Weg, um zu klären, ob die gesuchte Nachricht überhaupt enthalten ist. Bei einer mehrere Gigabyte großen Datei weigern sich die meisten Editoren oder bringen den Rechner ins Stocken — das ist eine Grenze des Editors, keine des Formats.

Was weder ein Browser noch ein Betriebssystem tut, ist die Datei per Doppelklick anzuzeigen. Weder Windows noch macOS haben dafür eine eingebaute Zuordnung, weshalb die Datei so oft ein Jahr lang im Downloads-Ordner liegen bleibt.

In einzelne Nachrichten aufteilen

Das ist es, was die meisten Leute eigentlich wollen. Eine MBOX ist eine Sicherung; einzelne EML-Dateien sind Dinge, die sich lesen, weiterleiten, ablegen oder an eine Anwältin übergeben lassen. Thunderbird macht diesen Schritt am zuverlässigsten: Postfach importieren, die gesuchten Nachrichten markieren, als EML exportieren. Diese Seite selbst zerlegt keine MBOX-Dateien.

Aufteilen ist auch der richtige erste Schritt vor jeder Umwandlung. Ein ganzes Postfach nach PDF zu bringen erzeugt tausende Dokumente und keine Möglichkeit, darin etwas zu finden; erst aufteilen, dann die zwanzig tatsächlich relevanten Nachrichten identifizieren, dann nur diese als PDF drucken — das ist der Unterschied zwischen einem Nachmittag und zwei Wochen.

Anhänge stecken darin und sind der Grund für die Dateigröße

Jeder je gesendete oder empfangene Anhang steckt in der Datei, kodiert als Base64-Text. Die Kodierung bläht Binärdaten um rund ein Drittel auf, und nichts im Format ist komprimiert — ein Postfach mit vier Gigabyte Anhängen belegt deutlich mehr als fünf Gigabyte auf der Platte.

Eine praktische Folge: Eine MBOX lässt sich hervorragend komprimieren. Ein Export vor dem Speichern oder Übertragen zu zippen halbiert die Größe meist, weil Base64-Text enorm redundant ist. Wer ein Takeout-Archiv als Sicherung aufbewahrt, sollte es gezippt halten — praktisch geschenkt.

Wofür sie sich eignet, und wofür nicht

Als Archiv ist sie ausgezeichnet. Reiner Text, eine öffentliche Spezifikation, fünfzig Jahre Implementierungen, und ein Format, das noch lesbar sein wird, wenn jedes heute genutzte Mailprogramm längst ersetzt ist. Soll die eigene E-Mail den Anbieter überdauern, ist eine MBOX in einer Kaltablage eine solide Antwort.

Als Arbeitsformat taugt sie wenig. Kein Index, jede Suche liest also die ganze Datei; kein sicherer gleichzeitiger Zugriff, sodass zwei gleichzeitig darauf zugreifende Programme sie beschädigen können; und keine nachrichtenübergreifenden Metadaten außer dem, was jede Nachricht selbst trägt — Labels, Kennzeichnungen und Ordnerstruktur liegen außerhalb des Formats und gehen bei jeder Migration verloren oder werden nur angenähert. Zum Archivieren und Umziehen nutzen, nicht zum dauerhaften Arbeiten.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats MBOX.
Endung.mbox
Medientypapplication/mbox
Erstmals veröffentlicht1975
SpezifikationRFC 4155

MBOX-Dateien: häufige Fragen

Wie öffne ich eine MBOX-Datei?

Thunderbird ist der übliche Weg — er liest das Format nativ und liefert ein durchsuchbares Postfach. Ein Texteditor funktioniert bei kleinen Dateien. Weder Windows noch macOS haben eine eingebaute Zuordnung, ein Doppelklick löst also nichts Sinnvolles aus.

Warum ist mein Gmail-Export so groß?

Jeder je empfangene Anhang steckt als Base64-Text in der Datei, was Binärdaten um rund ein Drittel aufbläht, und nichts im Format ist komprimiert. Den Export zu zippen halbiert die Größe meist, weil Base64-Text sich sehr gut komprimieren lässt.

Was unterscheidet MBOX von EML?

Eine EML ist eine einzelne Nachricht; eine MBOX ein ganzes Postfach mit jeder Nachricht aneinandergereiht in einer Datei. Das Aufteilen einer MBOX ergibt einzelne EML-Dateien, was meist das ist, was gebraucht wird, um bestimmte Nachrichten zu lesen, weiterzuleiten oder abzulegen.

Kann ich eine MBOX in Outlook importieren?

Nicht direkt — Outlook liest das Format nicht. Der übliche Weg ist der Import in Thunderbird und das Verschieben der Nachrichten von dort. Diese Seite bietet dafür kein eigenes Werkzeug.

Warum wirken manche Nachrichten abgeschnitten oder verschmolzen?

Das Format trennt Nachrichten mit einer Zeile, die mit „From " beginnt, und ein Nachrichtentext mit einer solchen Zeile am Anfang kann fälschlich als Grenze erkannt werden. Programme haben diesen Fall über Jahrzehnte unterschiedlich behandelt, sodass eine von einem Programm geschriebene und von einem anderen gelesene Datei ungewöhnliche Brüche zeigen kann. Der Inhalt ist in der Regel unbeschädigt.

Bleiben meine Labels und Ordner erhalten?

Nur teilweise. Google Takeout schreibt eine Datei pro Label und vermerkt die Labels in einer Kopfzeile, aber Ordnerstruktur und Kennzeichnungen sind kein Teil des Formats selbst. Bei einer Migration lassen sich die Nachrichten erwarten, alles drumherum nur näherungsweise.