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MIDI
Kein Ton, sondern Anweisungen — welche Note, wie hart, wie lang. Muss erst zu Klang gerendert werden.
MIDI
MIDI ist ein Binärformat, das nur einem Programm etwas sagt, das es kennt. Eingesetzt wird es für die Bearbeitung.
Die Endung lautet .mid, der volle Name MIDI Sequence. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.
MIDI Manufacturers Association hat es 1988 veröffentlicht. Die Spezifikation ist Standard MIDI File.
Einem Format, das so lange lesbar geblieben ist, kann man etwas anvertrauen, das man in zehn Jahren wiederhaben will.
Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.
MIDI kann mehrere Tonspuren halten.
Wichtig wird das vor allem beim Umwandeln: Was das Ziel nicht halten kann, fällt weg, meist ohne Warnung.
MuseScore, Logic Pro und Ableton Live lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.
Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.
Kein Browser liest es.
Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.
MIDI ist zum Öffnen und Ändern gedacht. Behalte die Datei in diesem Format, solange die Arbeit läuft, und exportiere daraus, wann immer eine fertige Fassung gebraucht wird.
Eine MIDI-Datei enthält überhaupt keine Audiodaten. Sie enthält Anweisungen: In diesem Moment die Note 60 mit dieser Anschlagstärke auf Kanal 3 starten, einen Schlag später wieder stoppen. Es gibt keine Aufnahme, keine Wellenform, nichts zu hören, bis etwas die Anweisungen in Klang übersetzt.
Deshalb ist ein fünfminütiges Orchesterarrangement dreißig Kilobyte groß, wo die Aufnahme davon fünfzig Megabyte wären. Deshalb klingt dieselbe Datei auf einem Rechner nach voller Band und auf einem anderen nach dünnem E-Piano — die Noten stehen in der Datei, die Instrumente nicht.
Die Datei sagt "Instrument 41", und der Standard legt fest, dass 41 eine Violine ist. Wie diese Violine tatsächlich klingt, entscheidet, was sie abspielt: eine im Betriebssystem eingebaute Klangbank, ein Soundfont in einem Player, oder ein ganzer Instrumentenpark in einer professionellen Musiksoftware.
Deshalb klingt dieselbe Datei im Tonstudio professionell und im Media-Player wie ein Klingelton aus den Neunzigern, und keins von beidem ist falsch. Enttäuscht eine MIDI-Datei, liegt fast immer die Klangquelle in der Verantwortung, nicht die Datei selbst — dieselben Noten durch eine gute Sample-Bibliothek gespielt sind ein anderes Stück Musik.
Mehr als Tonhöhe und Länge. Jede Note trägt eine Anschlagstärke, die meist Lautstärke und Klangfarbe steuert. Dazu kommen Controller-Nachrichten — Haltepedal, Modulation, Pitch-Bend, Lautstärkeverläufe — sowie Tempo- und Taktartangaben, die das ganze Stück in einem anderen Tempo neu lesen lassen, ohne dass sich sonst etwas ändert.
Das macht MIDI zu einem Arbeitsformat statt einem Wiedergabeformat. Tempo ändern, nichts verschlechtert sich. Tonart transponieren, nichts verschlechtert sich. Klavier gegen Harfe tauschen, eine falsche Note verschieben, das Schlagzeug streichen — all das ist eine Liste bearbeiten, keine Aufnahme.
Eine gewöhnliche MIDI-Datei ist meist Typ 1: mehrere Spuren, jede mit ihrem eigenen Ereignisstrom, gleichzeitig abgespielt. Spuren sind organisatorische Bequemlichkeit — typischerweise eine pro Instrument —, Kanäle dagegen das Erbe der Hardware, und davon gibt es genau sechzehn.
Kanal 10 verdient besondere Aufmerksamkeit: Per Konvention ist er Schlagzeug, Notennummern wählen dort also eine Trommel statt einer Tonhöhe. Wurde das Schlagzeug versehentlich auf einen anderen Kanal gelegt, spielt es als Melodie; landet die Melodie auf Kanal 10, klingt es wie ein enthusiastisches Schlagzeugsolo. Das ist der häufigste Grund, warum eine MIDI-Datei falsch klingt, ohne dass jemand sagen kann warum.
Rendern heißt, die Anweisungen an etwas zu geben, das Klang erzeugt, und das Ergebnis aufzuzeichnen. Jede Digital Audio Workstation kann das, ebenso mehrere eigenständige Player mit geladenem Soundfont — die Qualität des Ergebnisses hängt vollständig von der Qualität der angesprochenen Instrumente ab.
Der umgekehrte Weg existiert kaum. MIDI aus einer Aufnahme zu gewinnen ist Transkription, keine Umwandlung: Software muss aus der Wellenform erschließen, welche Noten gespielt werden, und das ist tatsächlich schwierig. Ein sauber gespieltes Einzelinstrument liefert brauchbare Ergebnisse, ein voller Mix eine Annäherung, die mehr Nacharbeit braucht, als das Einspielen von Hand gekostet hätte.
Klaviere und Controller-Keyboards sind der ursprüngliche Zweck des Formats und einer, den es vierzig Jahre später noch tadellos erfüllt. Notensatzprogramme exportieren MIDI, damit ein Arrangement hörbar wird oder in eine Aufnahmesoftware wandert. Karaoke-Anlagen und Playback-Bibliotheken für Musikschulen und Musikvereine verlangen es, weil sich Tonart und Tempo verschieben lassen — genau das, was eine fertige Aufnahme nicht erlaubt.
Dazu ein großes Archiv aus der Zeit, in der ein ganzer Song wenige Kilobyte groß sein musste: Website-Hintergrundmusik, Spielesoundtracks, die klassischen .mid-Sammlungen von Kirchenchören und Musikschulen aus den frühen 2000ern. Viel davon existiert nirgendwo sonst, was ein vernünftiges Argument dafür ist, warum das Format seine Hardware um Jahrzehnte überlebt.
Ehrlich gesagt: aktuell gar nicht. Eine MIDI-Datei zu schreiben ist auf dieser Seite grundsätzlich ausgeschlossen, weil kein anderer Werkzeugteil aus Bildpunkten oder Samples wieder eine Notenliste bauen kann. Und die einzige denkbare Leserichtung — MIDI als Tonquelle zu behandeln und daraus eine Audiodatei zu rendern — steht als geplant in der Werkzeugliste, weil sie einen Synthesizer und eine Klangbank braucht, die diese Seite bislang nicht mitbringt. Das ist kein fehlendes Werkzeug im Sinne eines Uploads: Selbst der Baustein, der die übrigen fehlenden Audioformate lösen würde, würde bei MIDI allein nichts helfen, weil hier nichts zu dekodieren ist, sondern etwas synthetisiert werden müsste.
Wer eine MIDI-Datei tatsächlich hören oder als MP3 verschicken will, braucht dafür weiterhin eine Digital Audio Workstation oder einen Player mit Soundfont auf dem eigenen Rechner — ein einmaliger Umweg, der nichts an der Datei selbst ändert.
| Endung | .mid, .midi |
|---|---|
| Medientyp | audio/midi |
| Herausgegeben von | MIDI Manufacturers Association |
| Erstmals veröffentlicht | 1988 |
| Spezifikation | Standard MIDI File |
Weil die Datei Anweisungen statt Audio enthält und etwas sie in Klang übersetzen muss. Die meisten Media-Player haben entweder keine Klangbank oder gar keine MIDI-Unterstützung. Ein Player mit geladenem Soundfont oder eine Musiksoftware löst das.
Die Datei nennt Instrumente nur mit Nummern und überlässt den tatsächlichen Klang dem, was sie abspielt. Eine eingebaute Systemklangbank und eine professionelle Sample-Bibliothek erzeugen aus denselben Noten völlig unterschiedliche Ergebnisse.
Aktuell nicht. Der Weg ist als geplant in der Werkzeugliste angelegt, läuft aber noch nicht — er braucht einen Synthesizer und eine Klangbank, die diese Seite bislang nicht mitbringt. Bis dahin ist eine Digital Audio Workstation oder ein Player mit Soundfont der verlässliche Weg.
Nur näherungsweise, und das nicht über diese Seite. Das ist Transkription statt Umwandlung — Software muss die Noten aus der Wellenform erschließen. Ein einzelnes sauberes Instrument ergibt Brauchbares, ein voller Mix eine Annäherung, die oft mehr Nacharbeit braucht, als das Stück von Hand einzuspielen.
Kanal 10 ist per Konvention Schlagzeug, Notennummern wählen dort also Trommeln statt Tonhöhen. Wurde die Schlagzeugspur von Kanal 10 verschoben oder landete die Melodie dort, spielt es genau verkehrt herum.
Nein. Es gibt keine kodierte Audioaufnahme, die sich verschlechtern könnte — die Datei ist eine Liste von Ereignissen. Hundertmal transponieren, verschieben und speichern hinterlässt eine hundertste Kopie, die so exakt ist wie die erste.