3GP

Was ist eine 3GP-Datei?

Das Videoformat der Handys vor der Smartphone-Zeit. Klein und niedrig aufgelöst.

Was 3GP ist

3GP ist ein Behälter: eine Hülle für Ströme, die etwas anderes kodiert hat. Eingesetzt wird es für Telefone.

Die Endung lautet .3gp, der volle Name 3GPP Multimedia. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher 3GP kommt

3GPP hat es 2001 veröffentlicht.

Das Alter ist aus einem praktischen Grund interessant: je älter ein Format, desto mehr Programme hatten Zeit, es zu lernen.

Die Spezifikation ist öffentlich

Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.

Es ist ein Altformat

Es geht überall noch auf und wird von älteren Programmen noch geschrieben, aber es wird nichts Neues mehr darum herum gebaut. Wandle um, was du behalten willst, und wähle es nicht für etwas, das heute anfängt.

3GP ist die Schachtel, der Codec ist der Inhalt

Meistens enthält es H.263, H.264 und AMR. Diese Unterscheidung steckt hinter den meisten „Warum läuft das nicht"-Fragen: Zwei Dateien mit derselben Endung können völlig verschiedene Kodierungen enthalten, und ein Abspieler, der die eine verweigert, kommt mit der anderen bestens zurecht.

Sie erklärt auch, warum ein Wechsel des Behälters schnell und verlustfrei ist und ein Wechsel des Codecs keines von beidem. Denselben Strom in eine andere Schachtel zu legen schreibt die Schachtel neu; neu zu kodieren schreibt das Bild neu.

Was es sonst noch tragen kann

3GP kann mehrere Tonspuren und einen Aufbau, mit dem es losspielen kann, bevor es vollständig angekommen ist halten.

Wichtig wird das vor allem beim Umwandeln: Was das Ziel nicht halten kann, fällt weg, meist ohne Warnung.

Was 3GP öffnet

VLC und FFmpeg lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Nur ein Teil der Browser liest es.

Wo die Unterstützung uneinheitlich ist, ist ein zweites Format daneben die übliche Antwort — der Browser nimmt das, was er versteht, und niemand bleibt außen vor.

Es ist ein Ausgabeformat

3GP ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Was damit schiefgeht

Die wiederkehrenden Klagen: außerhalb des eigenen Reviers ist die Unterstützung lückenhaft.

Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.

Video von einem Handy vor den Smartphones

Das 3GPP-Konsortium legte 3GP im Jahr 2001 für Mobilfunknetze fest, die Bandbreite in zweistelligen Kilobit maßen. Es ist ein abgespeckter Verwandter von MP4 — dieselbe Container-Familie, beschränkt auf die Codecs, die ein Handy jener Zeit ohne Zusatzhardware entschlüsseln konnte, und auf ein Netz, das diese Mengen tragen konnte.

Die Dateien, die davon übrig sind, stammen also aus der Zeit zwischen etwa 2003 und 2010: aufgenommen mit einem Siemens- oder Nokia-Handy, einem frühen BlackBerry, einem Klapphandy aus dem D1- oder D2-Netz. Sie tauchen heute aus alten Speicherkarten, Backups und dem Ordner auf, den jemand vom Telefon kopiert hat, bevor es entsorgt wurde.

Die Qualität ist, was sie ist

Typischerweise 176 mal 144 Bildpunkte, manchmal 320 mal 240, bei zehn oder fünfzehn Bildern pro Sekunde, mit auf Sprache optimiertem Ton bei wenigen Kilobit. Das ist kleiner als ein modernes Vorschaubild, und es ist kein Fehler in der Datei — es ist genau das, was die Hardware damals aufgezeichnet hat.

Das enttäuscht oft, weil man sich von der Umwandlung eine Verbesserung erhofft. Nichts kann das leisten. Das Detail wurde nie aufgenommen, und ein Vergrößern der Bildfläche liefert nur eine unschärfere Version desselben Bildes. Was eine Umwandlung bringt, ist eine abspielbare Datei; was sie nicht bringen kann, ist eine bessere Aufnahme.

Warum kaum noch etwas die Datei öffnet

Die Unterstützung ist still verschwunden. Browser spielen kein 3GP, Fotogalerien auf dem Telefon meist auch nicht, der Windows Media Player nicht, und die meisten aktuellen Schnittprogramme nehmen die Datei gar nicht erst an. VLC schafft es, ebenso einige andere Player mit breiter Codec-Bibliothek.

Der Grund liegt bei den Codecs, nicht beim Container: H.263 und frühes MPEG-4-Video mit AMR-Sprachton sind Formate, für die seit Jahren nichts mehr Unterstützung mitbringt. Genau deshalb bleibt eine Umwandlung meist der einzige Weg, sich die Aufnahme überhaupt noch anzusehen.

Diese Seite wandelt 3GP nicht um, und das hat einen Grund

Die Video- und Audioumwandlungen dieser Seite laufen im Browser der Besucherin, über die Codecs, die das Betriebssystem mitbringt. Keiner der aktuellen Browser dekodiert H.263 oder AMR, deshalb steht 3GP im Katalog als vorgesehen und ohne Motor dahinter — lieber das offen sagen, als eine Schaltfläche anzubieten, die nur einen Fehler zurückgibt.

Der funktionierende Weg liegt auf dem Rechner. VLC öffnet und wandelt 3GP-Dateien, und HandBrake macht bei einem ganzen Ordner die bessere Arbeit, weil es die Qualität einstellen und das Ergebnis vor dem Stapellauf prüfen lässt. Beide sind kostenlos und liegen für Windows, macOS und Linux vor.

Für das Familienarchiv umwandeln

MP4 mit H.264 ist das richtige Ziel. Es läuft auf jedem Telefon, Fernseher, Browser und Rechner ohne Zusatzinstallation, und das wird auch in zehn Jahren noch so sein — der eigentliche Punkt bei Aufnahmen, die schon einen Formatwechsel überlebt haben.

Die ursprüngliche Auflösung sollte man beibehalten, statt sie zu vergrößern. Ein auf 176 mal 144 aufgezeichnetes Video auf 720 hochskaliert ist dasselbe Bild, nur weicher, in einer fünfmal so großen Datei, und es lässt die Aufnahme auf einem heutigen Bildschirm schlechter wirken, als es ein Player mit eigener Skalierung tun würde. Einmal umwandeln, mit großzügiger Bitrate, damit der Encoder nicht selbst zusätzlichen Schaden anrichtet, und die Ausgangsdateien aufheben.

Der Ton ist meist die schwächste Stelle

Diese Aufnahmen tragen AMR, einen Sprachcodec, der einen menschlichen Stimmapparat modelliert statt ein beliebiges Signal. Stimmen kommen erkennbar durch; Musik, Raumklang und alles, was keine sprechende Person ist, kommen schlecht durch, weil es keinen Stimmapparat gibt, den man modellieren könnte.

Auch das lässt sich nicht nachträglich herstellen, und eine Umwandlung in einen besseren Audiocodec bewahrt genau das, was aufgenommen wurde. Gut zu wissen, bevor die Enttäuschung groß ist, dass die Aufnahme eines Schulkonzerts unhörbar ist — das Telefon konnte sie damals technisch nicht besser einfangen.

3GP gegen 3G2 und MP4

3G2 ist dasselbe Konzept für CDMA-Netze — amerikanische Anbieter jener Zeit — und unterscheidet sich in Details und darin, welche Codecs erlaubt sind. Dieselben Werkzeuge lesen beide, und dieselbe Empfehlung gilt.

MP4 ist der übergeordnete Standard, und der Grund, warum eine 3GP-Datei manchmal dort läuft, wo man es nicht erwartet: Der Container ist eng genug verwandt, dass manche Software ihn einfach als MP4 mit ungewöhnlichem Inhalt behandelt. Nimmt ein Player die eine Datei an und lehnt die andere ab, lohnt es sich, vor allem anderen die Endung auf .mp4 umzustellen.

Ein altes Telefon oder eine alte Karte auslesen

Die ganze Karte oder den ganzen Backup-Ordner kopieren, nicht einzelne Dateien auswählen — das Video liegt häufig neben einem Vorschaubild und manchmal einer separaten Audiodatei, und das Datum steckt oft nur im Dateinamen oder in der Ordnerstruktur.

Dann ein paar Dateien umwandeln und ansehen, bevor Hunderte folgen. Und die Aufnahmedaten irgendwo dauerhaft festhalten, solange der Originalordner noch existiert — eine umgewandelte MP4-Datei trägt das Datum der Umwandlung, und ein Familienarchiv, das sich nicht chronologisch sortieren lässt, ist später viel Arbeit, die sich vermeiden ließ.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats 3GP.
Endung.3gp, .3g2
Medientypvideo/3gpp
Herausgegeben von3GPP
Erstmals veröffentlicht2001