WOFF

Was ist eine WOFF-Datei?

Eine fürs Web verpackte Schrift. Von WOFF2 abgelöst, für alte Browser aber noch nötig.

Was WOFF ist

WOFF ist ein Binärformat, das nur einem Programm etwas sagt, das es kennt. Eingesetzt wird es für das Web.

Die Endung lautet .woff, der volle Name Web Open Font Format. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher WOFF kommt

W3C hat es 2009 veröffentlicht. Die Spezifikation ist WOFF 1.0.

Das Alter ist aus einem praktischen Grund interessant: je älter ein Format, desto mehr Programme hatten Zeit, es zu lernen.

Die Spezifikation ist öffentlich

Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.

Es ist ein Altformat

Es geht überall noch auf und wird von älteren Programmen noch geschrieben, aber es wird nichts Neues mehr darum herum gebaut. Wandle um, was du behalten willst, und wähle es nicht für etwas, das heute anfängt.

Es wird nichts weggeworfen

WOFF speichert seinen Inhalt exakt. Erneutes Speichern ändert nichts, es lässt sich also beliebig oft öffnen, bearbeiten und wieder ablegen, ohne dass sich Schaden ansammelt — genau das macht es zu einem Arbeitsformat und nicht zu einem Ausgabeformat.

Was WOFF öffnet

FontForge und fonttools lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Jeder aktuelle Browser liest es.

Damit lässt es sich bedenkenlos auf eine Seite stellen oder an eine Nachricht hängen, ohne sich zu fragen, was die Gegenseite installiert hat.

Es ist ein Ausgabeformat

WOFF ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Das Format, das Webschriften alltäglich machte

Vor 2009 hatte eine Webseite die Wahl zwischen den paar Schriften, die auf dem Rechner der Besucherin installiert waren, und einem Format, das nur ein einziger Hersteller unterstützte. WOFF beendete das: eine offene W3C-Spezifikation, die eine gewöhnliche TrueType- oder OpenType-Schrift komprimiert und mit einem Metadatenblock umgibt — und die jeder Browserhersteller mittrug.

Was sich änderte, war weniger technisch als geschäftlich. Schriftgießereien hatten die Einbindung im Web lange verweigert, weil sie bedeutete, die rohe Schriftdatei auf einen öffentlichen Server zu legen. WOFF verhinderte das zwar auch nicht, aber es war ein Format mit einem eigenen Platz für Lizenzangaben, und das reichte der Branche, um Weblizenzen überhaupt anzubieten. Fast jede Schrift, die heute im Web steht, verdankt sich diesem Kompromiss.

Eine Hülle, keine andere Schrift

In einer WOFF stecken dieselben Schrifttabellen wie in der TTF oder OTF, aus der sie entstand — gleiche Konturen, gleiche Unterschneidung, gleiche OpenType-Funktionen. Die Hülle bringt zlib-Kompression und einen kleinen Metadatenblock dazu, und sonst nichts.

Eine Schrift zu WOFF und zurück zu wandeln ist deshalb verlustfrei, und eine WOFF ist nie besser oder schlechter als ihre Quelle. Es bedeutet auch, dass kein Betriebssystem sie installiert: Es gibt darin nichts, was die Ausgangsschrift nicht bereits hatte, und Desktop-Systeme wollen genau diese Ausgangsschrift.

Was WOFF2 tatsächlich änderte

Die Kompression, und nur die. WOFF2 ersetzte zlib durch Brotli und fügt einen Vorverarbeitungsschritt hinzu, der die Schrifttabellen so umordnet, dass sie sich besser komprimieren lassen — zusammen ergibt das rund dreißig Prozent weniger Gewicht.

Sonst unterscheidet sich nichts: dieselbe Schrift, dieselben Funktionen, dieselbe Darstellung, nur ein kleinerer Download. Deshalb ging der Wechsel schnell, und es gibt keinen gestalterischen Grund, das ältere Format irgendwo vorzuziehen.

Muss noch parallel ausgeliefert werden?

Nein. WOFF2 wird seit Jahren von jedem Browser gelesen, der noch Updates bekommt, Safari eingeschlossen. WOFF zusätzlich als Rückfallebene auszuliefern bedeutet, jede Schrift ein zweites Mal für ein Publikum bereitzuhalten, das faktisch nicht mehr existiert.

Die Ausnahme, präzise benannt, damit sie nicht überstrapaziert wird: eine Umgebung, die fest an einen Browser von vor etwa 2016 gebunden ist — manche Kioskgeräte, manche Fertigungsanlagen, manche behördlichen Systeme, die aus Sicherheitsgründen eingefroren sind. Trifft das wirklich auf das eigene Publikum zu, gehört WOFF weiterhin dazu. Ist man sich nicht sicher, pflegt man Dateien für niemanden.

Der Datenschutzgrund, der WOFF wichtiger macht als die Dateigröße

Eine deutsche Webseite, die Schriften über Google Fonts vom Google-Server nachlädt, überträgt dabei die IP-Adresse jeder Besucherin an Google — und das Landgericht München entschied 2022, dass das ohne Einwilligung eine unzulässige Weitergabe personenbezogener Daten ist. Eine große Welle an Abmahnungen folgte, an genau diesem Punkt.

Selbst gehostete Schriften umgehen das Problem vollständig, weil keine Verbindung zu einem fremden Server entsteht. WOFF2 ist dafür die richtige Wahl: klein genug, um das Ladeverhalten nicht zu belasten, und ohne jede Abhängigkeit von einem Drittanbieter. Wer bislang über Google eingebunden hat, braucht für den Wechsel nichts als die Schriftdatei selbst und ein paar Zeilen `@font-face`.

Was mit einer vorhandenen WOFF zu tun ist

Soll sie auf eine Webseite, wird sie zu WOFF2 gewandelt und diese ausgeliefert. Die Umwandlung ist in beide Richtungen verlustfrei, weil beide Formate dieselben Tabellen umhüllen, und das Ergebnis ist ein Drittel kleiner, ohne dass dafür etwas getan werden musste.

Soll die Schrift auf dem eigenen Rechner installiert werden, wird sie zu TTF oder OTF gewandelt und diese installiert — eine WOFF lässt sich nicht installieren. Und stammt die Datei von einer fremden Webseite, kommt die Lizenzfrage vor allem anderen: eine von einer Seite heruntergeladene Schrift ist damit noch keine Schrift, die man verwenden darf, und Weblizenzen sind meist an eine bestimmte Domain und ein Besucheraufkommen gebunden.

Warum EOT bei dieser Wandlung nicht als Ziel steht

Embedded OpenType wurde nur von Internet Explorer gelesen, und die Weblizenz-Idee, die es einführen wollte, wurde von der Branche durch Vertragsrecht ersetzt statt durch das Dateiformat. Auf dieser Seite gibt es deshalb keine Umwandlung nach EOT — nicht als Lücke, sondern weil das Werkzeug dafür fehlt, das auch niemand mehr vermisst.

Wer stattdessen eine alte EOT in der Hand hält und die Schrift retten will, findet dafür auf dieser Seite kein Werkzeug — aus demselben Lizenzgrund gibt es auch aus EOT heraus keine Umwandlung, nicht nur keine hinein. WOFF und WOFF2 sind dagegen füreinander die naheliegende Richtung, weil beide Container um dieselben Schrifttabellen sind und ineinander verlustfrei übergehen.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats WOFF.
Endung.woff
Medientypfont/woff
Herausgegeben vonW3C
Erstmals veröffentlicht2009
SpezifikationWOFF 1.0