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WMV
Microsofts Videoformat. In älteren Firmenarchiven verbreitet, außerhalb von Windows unhandlich.
WMV
WMV ist ein Behälter: eine Hülle für Ströme, die etwas anderes kodiert hat. Eingesetzt wird es für die Weitergabe fertiger Dateien.
Die Endung lautet .wmv, der volle Name Windows Media Video. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.
Microsoft hat es 1999 veröffentlicht.
Einem Format, das so lange lesbar geblieben ist, kann man etwas anvertrauen, das man in zehn Jahren wiederhaben will.
Sie außerhalb der herstellereigenen Software zu lesen, beruht auf der Arbeit anderer Leute — meist durch Nachsehen, nicht durch Dokumentation. Das geht meistens gut und manchmal nicht, und genau deshalb wandelt man um, was man behalten will.
Wer es gemacht hat, ist weitergezogen, und Unterstützung wird eher zurückgenommen als ergänzt. Was noch in diesem Format liegt, sollte umziehen, solange die Werkzeuge dafür noch da sind.
Meistens enthält es WMV9 und VC-1. Diese Unterscheidung steckt hinter den meisten „Warum läuft das nicht"-Fragen: Zwei Dateien mit derselben Endung können völlig verschiedene Kodierungen enthalten, und ein Abspieler, der die eine verweigert, kommt mit der anderen bestens zurecht.
Sie erklärt auch, warum ein Wechsel des Behälters schnell und verlustfrei ist und ein Wechsel des Codecs keines von beidem. Denselben Strom in eine andere Schachtel zu legen schreibt die Schachtel neu; neu zu kodieren schreibt das Bild neu.
WMV kann mehrere Tonspuren halten.
Wichtig wird das vor allem beim Umwandeln: Was das Ziel nicht halten kann, fällt weg, meist ohne Warnung.
Windows Media Player und VLC lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.
Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.
Kein Browser liest es.
Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.
WMV ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.
Die wiederkehrenden Klagen: außerhalb des eigenen Reviers ist die Unterstützung lückenhaft.
Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.
Wer in einer deutschen IT-Abteilung, Personalentwicklung oder Volkshochschule alte Datenträger durchsieht, findet WMV fast immer im selben Zusammenhang: aufgezeichnete Webinare, Bildschirmmitschnitte von Softwareschulungen, interne Ankündigungen, Konferenzvideos. Zwischen etwa 1999 und 2012 war das schlicht das, was aus Windows Movie Maker, dem Windows Media Encoder und PowerPoint herauskam.
Gewählt hat das Format niemand — es war die Voreinstellung der Werkzeugkette, mit der damals gearbeitet wurde. Genau deshalb überlebt es fast ausschließlich in institutionellen Archiven und praktisch nirgendwo sonst.
VLC, und wenig, dem man sonst noch vertrauen sollte. Kein Browser spielt WMV ab, es lässt sich also weder in ein modernes Intranet noch in eine Lernplattform einbetten. Smartphones und Tablets tun es nicht, ein Mac braucht einen Drittanbieter, und Besprechungsraumsysteme verweigern die Datei meistens ganz.
Für ein Archiv, das tatsächlich genutzt werden soll, ist das das ganze Problem: Eine Schulungsbibliothek, die sich auf keinem Laptop, keinem Telefon und keinem Bildschirm im Besprechungsraum öffnen lässt, ist keine Bibliothek mehr, sondern nur noch Speicherplatz, der Geld kostet. Und aus genau demselben Grund kann diese Site die Datei nicht umwandeln: Der Videocode, den WMV üblicherweise trägt, decodiert kein Browser, und ohne Decoder gibt es hier nichts zu konvertieren — dazu mehr im Abschnitt zur Migration weiter unten.
Eine WMV ist ein ASF-Container mit Windows Media Video — meist Version 9, die SMPTE 2006 als VC-1 genormt hat — und WMA-Ton daneben. Das macht den Codec zu einem Zeitgenossen von H.264, nicht zu dessen Vorläufer; beide waren Pflichtcodecs auf Blu-ray. Was fehlt, ist Reichweite, weil kaum etwas außerhalb von Windows die Daten dekodiert.
Die Dateigröße liegt weniger am Codec als an der Herstellung: Die Voreinstellungen des Windows Media Encoders und der Bildschirmaufnahme-Programme jener Zeit liefen mit Bitraten, die heute niemand mehr wählen würde, und die Kodierqualität hat sich seither deutlich verbessert. Ein Archiv mit aktuellen Einstellungen neu zu kodieren, verkleinert es oft erheblich und macht es gleichzeitig besser ansehbar — ein Argument, das sich gegenüber jedem durchsetzen lässt, der die Speicherkosten bezahlt.
Anders als MOV und MP4, die nahe verwandt sind und deren Datenströme sich mitunter nur umverpacken lassen, haben WMV und MP4 nichts gemeinsam. Das Bild muss dekodiert und komplett neu kodiert werden, was Zeit im Umfang der Filmlänge kostet und eine Generation an Qualität.
Der Videocode in einer WMV — meist VC-1 — ist genau das, was kein Browser der Welt decodieren kann, WebCodecs eingeschlossen. Diese Site wandelt Videos im Browser um, und ohne Decoder gibt es dort nichts zu lesen; ein serverseitiger Weg über ein eigenes ffmpeg ist vorgesehen, aber noch nicht ausgeliefert. Praktisch heißt das: Eine WMV lässt sich hier heute nicht umwandeln, in keine Richtung. Wer ein Archiv migrieren will, braucht dafür ein Desktop-Werkzeug wie HandBrake oder VLCs eigene Exportfunktion.
Egal mit welchem Werkzeug: Es lohnt sich, einmal von der besten vorhandenen Kopie aus zu konvertieren, mit einer vernünftigen Einstellung — nicht wiederholt und nicht von einer bereits umgewandelten Datei. Für ein Firmenarchiv heißt das, das Originalmaster zu suchen statt der Kopie, die seit 2011 auf dem Netzlaufwerk liegt, sofern es sie überhaupt noch gibt.
Ein großer Teil des überlebenden WMV-Bestands sind Bildschirmmitschnitte: Softwarevorführungen, Klick-für-Klick-Anleitungen, aufgezeichnete Präsentationen. Solches Material besteht überwiegend aus Text und flächiger Oberfläche und verhält sich beim Kodieren völlig anders als Kameraaufnahmen.
Wer es wie einen Spielfilm kodiert, verwischt den Text und macht die Aufnahme für ihren eigentlichen Zweck unbrauchbar. Eine höhere Bitrate hilft, und die Originalauflösung zu behalten zählt mehr als alles andere — eine 1280 Pixel breite Bildschirmaufnahme auf 720 herunterzurechnen kostet genau die kleine Schrift, um die es geht. Steht die Wahl zwischen einer kleineren Datei und lesbarem Text, ist der Text der Inhalt.
Windows Media unterstützte DRM, und Schulungs- und Firmenvideos aus jener Zeit tragen es gelegentlich — an eine Domäne, ein Gerät oder ein Login gebunden. Diese Lizenzserver sind heute so gut wie ausnahmslos abgeschaltet.
Eine geschützte Datei lässt sich nicht umwandeln und meldet einen Fehler statt eines Ergebnisses. Verweigert sich ein ganzes Archiv, liegt es daran, und der verbleibende Weg wäre eine noch funktionierende Lizenz auf einer Maschine, die es in der Praxis meist nicht mehr gibt — das Material ist dann faktisch verloren. Es lohnt sich, das an einer Stichprobe zu prüfen, bevor eine ganze Migration darauf aufgebaut wird.
Das Ziel ist MP4 mit H.264, das ohne zusätzliche Software auf jedem Browser, Telefon, Fernseher und Besprechungsraumsystem läuft und das auch in zehn Jahren noch tun wird. Das ist die ganze Entscheidung; für Material, das dauerhaft ansehbar bleiben soll, gibt es keine ernsthafte Alternative. Den Schritt selbst erledigt derzeit ein Desktop-Programm, nicht diese Site — HandBrake mit einer voreingestellten Qualitätsstufe ist für ein größeres Archiv der unkomplizierteste Weg.
Danach die Originale kalt lagern, nicht weil WMV an sich etwas wert wäre, sondern weil sich bei fünfhundert Dateien leicht ein Fehler in den Einstellungen einschleicht, und ein solcher Fehler erst zu bemerken, nachdem die Quelle gelöscht wurde, ist der einzige Ausfall, der sich nicht mehr beheben lässt.
| Endung | .wmv |
|---|---|
| Medientyp | video/x-ms-wmv |
| Herausgegeben von | Microsoft |
| Erstmals veröffentlicht | 1999 |
Mit VLC auf jedem Desktop-Rechner. Kein Browser spielt WMV ab, Telefone und Tablets ebenfalls nicht, ein Mac braucht einen Drittanbieter, und Besprechungsraumsysteme verweigern die Datei meist ganz — deshalb ist Umwandeln in der Praxis die bessere Antwort.
In MP4 mit H.264. Das läuft ohne zusätzliche Software auf jedem Browser, Telefon, Fernseher und Konferenzsystem. Diese Site führt den Schritt allerdings nicht selbst aus, weil kein Browser den WMV-Videocode VC-1 decodieren kann — dafür braucht es ein Desktop-Programm wie HandBrake oder VLCs eigene Exportfunktion.
Etwas schon. WMV und MP4 teilen sich nichts intern, das Bild muss also dekodiert und neu kodiert werden, statt nur umverpackt zu werden. Von der besten vorhandenen Kopie einmal umwandeln, mit einer vernünftigen Einstellung — nicht wiederholt und nicht von einer bereits umgewandelten Datei.
Sie wurde wie Kameramaterial kodiert. Bildschirmaufnahmen bestehen überwiegend aus Text und flächiger Oberfläche und brauchen eine höhere Bitrate sowie die Originalauflösung. Herunterskaliert zerstört das genau die kleine Schrift, um die es geht.
Weil das grundsätzlich noch niemand auf dieser Site kann: WMV trägt fast immer VC-1, und diesen Videocode decodiert kein Browser, WebCodecs eingeschlossen — die Umwandlung ist vorgesehen, aber noch nicht ausgeliefert. Zusätzlich tragen manche Dateien Windows-Media-DRM, dessen Lizenzserver so gut wie ausnahmslos abgeschaltet sind; dort gibt es ohnehin keinen Weg zurück, mit welchem Werkzeug auch immer.
Nein — kein Browser unterstützt das Format. Für alles, was in eine Website, ein Intranet oder eine Lernplattform soll, ist eine Umwandlung nach MP4 nötig, über ein Desktop-Programm, und genau das ist der Hauptgrund, warum solche Archive überhaupt migriert werden.