Cookies für Statistik und Werbung
Wir setzen Cookies für Statistik und Werbung ein, beides geht an Google. Wenn du ablehnst, ändert sich für dich sichtbar nichts.Zur Datenschutzseite
SRT
Das am breitesten unterstützte Untertitelformat. Nummerierte Blöcke, Zeitmarken, reiner Text.
SRT
SRT ist ein reines Textformat, das sich in jedem Editor öffnen lässt. Eingesetzt wird es für Untertitel.
Die Endung lautet .srt, der volle Name SubRip Subtitle. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.
Es geht auf 2000 zurück.
Das Alter ist aus einem praktischen Grund interessant: je älter ein Format, desto mehr Programme hatten Zeit, es zu lernen.
Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.
SRT speichert seinen Inhalt exakt. Erneutes Speichern ändert nichts, es lässt sich also beliebig oft öffnen, bearbeiten und wieder ablegen, ohne dass sich Schaden ansammelt — genau das macht es zu einem Arbeitsformat und nicht zu einem Ausgabeformat.
VLC, Subtitle Edit und Aegisub lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.
Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.
Kein Browser liest es.
Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.
SRT ist zum Öffnen und Ändern gedacht. Behalte die Datei in diesem Format, solange die Arbeit läuft, und exportiere daraus, wann immer eine fertige Fassung gebraucht wird.
Eine Zahl allein auf ihrer Zeile, dann zwei Zeitstempel mit einem Pfeil dazwischen, dann ein oder zwei Zeilen Text, dann eine Leerzeile. Das ist die gesamte Spezifikation, und genau deshalb liest jeder Player, jeder Editor und jede Plattform sie anstandslos.
Bei den Millisekunden steht vor der Zahl ein Komma statt eines Punktes — für wen auf Deutsch schreibt, fällt das kaum auf, weil hierzulande auch bei gewöhnlichen Dezimalzahlen das Komma steht. Wer die Datei aber in einem englischsprachigen Editor von Hand bearbeitet und aus Gewohnheit einen Punkt setzt, bekommt vom Player eine Fehlermeldung oder, schlimmer, gar keine und einfach eine leere Zeile.
Zwei verschiedene Fehler mit zwei verschiedenen Lösungen, und der Unterschied ist in zehn Sekunden zu sehen: die erste Einblendung prüfen, dann eine gegen Ende. Stimmt der Fehler an beiden Stellen überein, reicht eine feste Verschiebung — meist weil die Untertitel für eine Fassung mit anderem Vorspann getimt wurden als die vorliegende Datei.
Wächst der Fehler mit der Laufzeit, liegt eine Bildratendifferenz vor, und in Deutschland ist das kein Randfall: Kino und die meisten Streaming-Quellen laufen mit 23,976 Bildern pro Sekunde, während ältere PAL-Fassungen auf DVD und im Fernsehen mit 25 liefen, historisch durch das sogenannte PAL-Speedup beschleunigt. Untertitel, die für eine PAL-Ausstrahlung entstanden, driften gegen eine 23,976er-Quelle stetig auseinander, und das lässt sich nur mit einer proportionalen Streckung beheben, nie mit einer einfachen Verschiebung.
Die Datei enthält keine Angabe, wie ihr Text kodiert ist. Ein Player muss raten, und ältere Geräte raten häufig eine westeuropäische Einzelbyte-Kodierung statt UTF-8 — die Folge sind ä, ö, ü und ß, die als Kästchen, Fragezeichen oder falsche Zeichen erscheinen, während der Rest des Textes lesbar bleibt.
Als UTF-8 gespeichert funktioniert die Datei auf praktisch jedem aktuellen Player richtig. Ältere Fernseher, DVD- und manche Blu-ray-Player erwarten dagegen die alte Windows-Kodierung und zerlegen UTF-8 in genau dieselben Kästchen. Sind die Umlaute falsch, ist die Datei fast immer in Ordnung — nur die Kodierung passt nicht zum Gerät, und das lässt sich mit einem Neuspeichern in der jeweils anderen Variante testen.
Keine Schriftart, keine Farbe, keine Position, kein Karaoke-Effekt. Manche Player erkennen ein paar HTML-ähnliche Auszeichnungen für kursiv und fett, aber das ist eine Konvention einzelner Programme und kein Teil des Formats — eine Datei, die sich darauf verlässt, sieht irgendwo anders aus als erwartet.
Alles Visuelle entscheidet der Player: wo der Text sitzt, wie groß er ist, welche Farbe der Rand hat. Genau das macht SRT-Dateien winzig und universell einsetzbar. Wer in der deutschen Anime-Fansub-Szene unterwegs ist, kennt den Gegenentwurf: ASS trägt Position, Schriftart und Effekte direkt in der Datei, und genau deshalb wird dort fast ausschließlich ASS verwendet, sobald mehr als reiner Dialogtext gebraucht wird.
Die meisten Player laden Untertitel automatisch, wenn die Datei neben dem Video liegt und denselben Namen trägt — film.mp4 und film.srt im selben Ordner. Ein einziges abweichendes Zeichen im Namen genügt, damit nichts erscheint, und das erklärt einen großen Teil aller Fälle von „meine Untertitel funktionieren nicht".
Ein Sprachkürzel vor der Endung, etwa film.de.srt, ist die übliche Konvention für mehrsprachige Sammlungen und wird von den gängigen Playern erkannt. Manche Fernseher und Media-Boxen lesen Untertitel von einem USB-Stick zudem nur, wenn sie auf derselben Partition liegen wie das Video, und fast keines dieser Geräte liest ein anderes Format als SRT.
WebVTT ist das Format, das Browser für Untertitel auf einer Webseite verlangen, und es ist eng verwandt: Der Aufbau ist fast identisch, die Millisekunden stehen hinter einem Punkt statt einem Komma, und die Datei beginnt mit einer Kopfzeile. Die Umwandlung zwischen beiden ist weitgehend mechanisch.
Die Regel ist einfach: Video auf einer Webseite braucht VTT, weil nur das der HTML-Video-Baustein akzeptiert. Video im Desktop-Player, auf dem Fernseher oder für den Upload auf eine Plattform will SRT. Die Umwandlung dauert einen Moment — wer beide Formen dauerhaft pflegt, riskiert, dass sie mit der Zeit auseinanderlaufen, statt bei der Auslieferung einmal umzuwandeln.
Jeder Texteditor genügt. Die Datei ist reiner Text, der Aufbau liegt offen, und einen Tippfehler zu korrigieren oder eine späte Einblendung zu verschieben geht dort schneller als in einem Untertitel-Editor. Wichtig ist, als UTF-8 ohne Byte-Order-Mark zu speichern und die Leerzeile zwischen den Einträgen zu erhalten — fehlt sie, verschwindet in strengen Playern alles, was danach kommt.
Für alles Systematische — die ganze Datei verschieben, die Bildrate ändern, gegen eine Tonspur neu synchronisieren — lohnt sich ein eigener Untertitel-Editor. Neunhundert Zeitstempel von Hand um denselben Betrag zu verschieben ist im Texteditor zwar machbar, aber kein guter Abendeinsatz.
| Endung | .srt |
|---|---|
| Medientyp | application/x-subrip |
| Erstmals veröffentlicht | 2000 |