HEIC

Was ist eine HEIC-Datei?

Das Format, in dem iPhones Fotos speichern. Halb so groß wie JPG — und der Grund, warum sich das Bild auf einem Windows-Rechner oft gar nicht erst öffnen lässt.

Was HEIC ist

HEIC ist ein Behälter: eine Hülle für Ströme, die etwas anderes kodiert hat. Es speichert ein Raster aus Bildpunkten, deshalb wird es weich, sobald man es über die eigene Auflösung hinaus vergrößert. Eingesetzt wird es für Telefone und die Fotografie.

Die Endung lautet .heic, der volle Name High Efficiency Image Container. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher HEIC kommt

MPEG hat es 2015 veröffentlicht. Die Spezifikation ist ISO/IEC 23008-12.

Das Alter ist aus einem praktischen Grund interessant: je älter ein Format, desto mehr Programme hatten Zeit, es zu lernen.

Die Spezifikation ist veröffentlicht, aber vom Hersteller

Sie ist niedergeschrieben und umsetzbar, doch wie die nächste Fassung aussieht, entscheidet der Hersteller. In der Praxis reicht das, damit die Datei weiter aufgeht; es reicht nicht, um sich darauf zu verlassen.

Detail wird gegen Größe getauscht

HEIC wirft Detail weg, um klein zu bleiben, und was weg ist, kommt nicht wieder. Für etwas, das angesehen wird, ist das der richtige Tausch; für etwas, das bearbeitet wird, der falsche — jedes erneute Speichern nimmt sich noch einen Bissen.

Es kann durchsichtig sein

HEIC führt einen Alphakanal mit, ein Logo behält also seine weichen Kanten über allem, was dahinterliegt, statt in einem weißen Kasten anzukommen.

Es kann mehr als ein Einzelbild halten

HEIC kann eine Animation speichern statt eines stehenden Bildes. Das ist vor dem Umwandeln wichtig: Ein Ziel, das nur ein Bild hält, behält das erste und lässt den Rest fallen — meist ohne es zu sagen.

Welche Farben es beschreiben kann

Bis zu 10 Bit je Kanal. Arbeiten kann es in YCbCr, das Modell, in dem Video und JPEG komprimieren und erweiterten Farbraum.

Mehr als acht Bit je Kanal ist das, was einen Verlauf beim Bearbeiten davon abhält, in Stufen zu zerfallen — wichtig in einer Arbeitsdatei, selten in einer fertigen.

HEIC ist die Schachtel, der Codec ist der Inhalt

Meistens enthält es HEVC. Diese Unterscheidung steckt hinter den meisten „Warum läuft das nicht"-Fragen: Zwei Dateien mit derselben Endung können völlig verschiedene Kodierungen enthalten, und ein Abspieler, der die eine verweigert, kommt mit der anderen bestens zurecht.

Sie erklärt auch, warum ein Wechsel des Behälters schnell und verlustfrei ist und ein Wechsel des Codecs keines von beidem. Denselben Strom in eine andere Schachtel zu legen schreibt die Schachtel neu; neu zu kodieren schreibt das Bild neu.

Es kann mehrere Seiten in einer Datei halten

Eine HEIC-Datei ist nicht auf eine Seite beschränkt. Beim Umwandeln in etwas, das es ist, zählt das: Eine Umwandlung ergibt eine Datei mit genau einer Seite — der ersten, sofern sich die Seite nicht auswählen lässt.

Was HEIC öffnet

Apple Photos und Adobe Lightroom lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Nur ein Teil der Browser liest es.

Wo die Unterstützung uneinheitlich ist, ist ein zweites Format daneben die übliche Antwort — der Browser nimmt das, was er versteht, und niemand bleibt außen vor.

Was es außer dem Inhalt tragen kann

HEIC kann EXIF-Daten, XMP-Einträge, ICC-Profile und GPS-Koordinaten halten.

Über die GPS-Koordinaten lohnt sich ein Gedanke, bevor eine Datei irgendwohin geht: Sie sagen, wo die Aufnahme entstanden ist, und fast nichts weist darauf hin, dass sie noch drinstehen.

Es ist ein Ausgabeformat

HEIC ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Was damit schiefgeht

Die wiederkehrenden Klagen: außerhalb des eigenen Reviers ist die Unterstützung lückenhaft.

Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.

Das iPhone hat entschieden, nicht Sie

Seit iOS 11 im Jahr 2017 schreibt ein iPhone in der Standardeinstellung HEIC statt JPEG. Nichts an der Kamera-App weist darauf hin. Das Foto sieht auf dem Telefon unverändert aus, belegt ungefähr halb so viel Speicher, und die Formatfrage taucht erst auf, sobald das Bild das Gerät verlässt — als E-Mail-Anhang, beim Hochladen in ein Formular, oder kopiert auf einen Rechner, der die Datei nicht öffnet.

Genau deshalb hat kaum jemand, der hier landet, sich bewusst für dieses Format entschieden. Es ist ein ganz gewöhnliches Foto in einem Format, das das Gerät gewählt hat, und die Frage ist nur, wie es in etwas kommt, das der Rest der Welt akzeptiert.

Warum Behördenportale und Versicherungen die Datei zurückweisen

Ein Foto per Handy für die Kfz-Schadensmeldung, für die Steuererklärung oder für ein Online-Formular einer Behörde hochzuladen scheitert auffällig oft an genau diesem Format — viele deutsche Verwaltungsportale und Versicherungs-Uploads akzeptieren ausdrücklich nur JPG oder PNG und melden bei HEIC lediglich einen unspezifischen Fehler, ohne den eigentlichen Grund zu nennen.

Das liegt nicht an einer fehlenden Funktion des Portals im engeren Sinn, sondern daran, dass HEIC bis vor Kurzem außerhalb der Apple-Welt kaum unterstützt wurde — dazu mehr im nächsten Abschnitt. Wer die Fehlermeldung öfter sieht als erwartet, wandelt das Foto einmal vorab um, statt bei jedem Formular neu zu rätseln.

Windows verlangt Geld, und das ist eine Lizenzfrage

Windows dekodiert HEIC nicht von Haus aus. Es bietet die HEVC-Videoerweiterung im Microsoft Store an, und die kostet etwas — ein kleiner Betrag, aber eine Gebühr fürs Öffnen der eigenen Fotos, worüber sich zu Recht viele ärgern.

Microsoft handelt dabei nicht aus reinem Gewinnstreben. HEVC unterliegt Patentpools, die pro Gerät Lizenzgebühren verlangen, und einen Decoder auf jede Windows-Installation vorzuinstallieren würde bedeuten, für jede einzelne zu zahlen. Die Kosten an die Betroffenen weiterzugeben war die Alternative. Dieselbe Lizenzlage ist auch der Grund, warum Browser HEIC nicht direkt anzeigen und freie Software damit lange nur umständlich zurechtkam.

Diese Seite liest HEIC und schreibt es nicht

Die Umwandlung aus HEIC funktioniert hier, im Browser, ohne Upload. Eine Umwandlung nach HEIC gibt es nicht, und das ist eine Lizenzfrage, keine fehlende Funktion.

Dekodieren lässt sich mit einer Implementierung umsetzen, deren Bedingungen eine statische Webseite erfüllen kann. Kodieren nicht: Einen HEVC-Encoder auszuliefern würde bedeuten, eine Patentlizenz zu halten, und es gibt keine Konstruktion, unter der eine kostenlose Seite diese Lizenz an jede Besucherin weiterreichen könnte. Das offen zu sagen ist besser, als die Option ausgegraut dastehen zu lassen und wie Nachlässigkeit wirken zu lassen.

Die Einstellung, die das Problem dauerhaft löst

Auf dem iPhone: Einstellungen, dann Kamera, dann Formate, dann Kompatibelste statt Hohe Effizienz wählen. Neue Fotos sind danach JPEG. Sie belegen etwa doppelt so viel Speicherplatz, öffnen dafür aber auf jedem Gerät der letzten dreißig Jahre.

Eine zweite, weniger bekannte Einstellung liegt unter Fotos: Auf Mac oder PC übertragen, auf Automatisch gestellt. Damit wandelt das Telefon HEIC beim Kopieren auf einen Computer selbst in JPEG um. Das erklärt, warum manche das Problem nie erleben und andere mit demselben Telefonmodell ständig damit zu tun haben.

Halb so groß, und der Teil, der keine Werbeaussage ist

Die Kompression ist bei gleicher sichtbarer Qualität tatsächlich etwa doppelt so effizient wie JPEG, und der Grund liegt in dreißig Jahren Codec-Entwicklung: HEVC arbeitet mit größeren und variabel großen Blöcken, deutlich besserer Vorhersage und einer stärkeren Entropiekodierung, als das 1992er-Design von JPEG erlaubte.

Was es entgegen der verbreiteten Annahme nicht mitbringt, ist eine höhere Bittiefe: Eine iPhone-Aufnahme liegt bei acht Bit je Kanal, genau wie ein JPEG, und der zusätzliche Lichterspielraum steckt in einer separaten, neben dem Bild gespeicherten Verstärkungskarte. Zehn Bit gibt es erst bei ProRAW und ProRes. Wer nach JPEG umwandelt, gibt diese Verstärkungskarte und die weite Farbkennzeichnung dauerhaft auf — meist unsichtbar, aber gut zu wissen, bevor die einzige vorhandene Kopie umgewandelt wird.

Live Photos, und was bei der Umwandlung zurückbleibt

Ein Live Photo ist keine einzelne Datei. Es ist ein HEIC-Standbild plus eine kurze MOV-Datei mit den Sekunden um den Auslöser herum, verbunden über eine gemeinsame Kennung. Wird das HEIC umgewandelt, entsteht ein Standbild, und die Bewegung bleibt in einer separaten Datei zurück, die die meisten Umwandlungswerkzeuge nie zu sehen bekommen.

Fotos im Porträtmodus tragen zudem eine Tiefenkarte im HEIC, mit der sich die Hintergrundunschärfe nachträglich anpassen lässt. Auch diese Karte übersteht eine Umwandlung nicht — die Unschärfe wird auf dem zuletzt eingestellten Wert dauerhaft festgeschrieben. Beides ist kein Fehler der Umwandlung, sondern eine Eigenschaft, die nur innerhalb von Apples eigenem Format und seiner Software existiert.

Die Fotos reisen mit ihrem Standort

Ein HEIC vom Handy trägt EXIF-Daten wie ein JPEG: Gerätemodell, Objektiv, Belichtung, Datum und Uhrzeit auf die Sekunde genau, und — sofern die Ortungsdienste eingeschaltet waren — die GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts, meist auf wenige Meter genau.

Bei einem Foto, das zu Hause entstand, ist das eine eingebettete Wohnadresse in einer Datei, die gleich öffentlich geteilt werden soll — bei einem privaten Kleinanzeigen-Inserat mit Fotos aus dem Garten zum Beispiel. Bei einer Umwandlung hier verschwinden diese Angaben zuverlässig, weil der Decoder ausschließlich Bildpunkte liefert und kein EXIF-Block je in die neue JPEG-, PNG- oder WebP-Datei gelangt. Auf einer beliebigen anderen Plattform oder mit einem anderen Werkzeug lässt sich das nicht in gleicher Weise voraussetzen, und genau dort verdient es eine bewusste Prüfung statt einer Annahme ins Blaue.

HEIC oder HEIF, und warum eine Endung abgelehnt wird

HEIC ist HEIF mit HEVC-kodierten Bildern darin — der Container-Standard mit einem bestimmten Codec darin. Dateien treten auch als .heif von anderen Herstellern und als .hif von Canon auf, und sie sind strukturell dieselbe Art von Objekt.

Die Unterstützung in Software folgt dieser Logik oft nicht, weil viele Programme die Endung prüfen und nicht den Inhalt. Ein Werkzeug, das .heic annimmt, kann eine inhaltlich identische .heif ablehnen. Verweigert ein Programm die Datei, lohnt sich das Umbenennen der Endung als erster Versuch, bevor man annimmt, die Datei sei beschädigt.

Wohin umwandeln, und warum es im Browser geschieht

JPEG für alles, was ohne Rückfrage angenommen werden muss — E-Mail, ein Formular, ein Fotolabor, eine Kollegin mit Windows. Etwa doppelte Dateigröße, kein sichtbarer Unterschied. PNG, wenn das Bild weiterbearbeitet wird und jeder Bildpunkt erhalten bleiben soll. WebP, wenn das Ziel eine Webseite ist, wo es klein bleibt und jeder Browser es liest.

Die Umwandlung läuft im Browser-Tab, sodass die Fotos nie hochgeladen werden — was angesichts dessen zählt, was eine Fotobibliothek enthält, und angesichts der sonst üblichen Alternative, vierhundert private Fotos gegen einen Download-Link an eine Webseite zu übergeben. Pro Datei sind bis zu 100 MB erlaubt, bis zu hundert Dateien in einem Stapel — für ein einzelnes Handyfoto oder einen ganzen Ordner voll davon reicht das in aller Regel, auch wenn es keine echte Unbegrenztheit ist.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats HEIC.
Endung.heic
Medientypimage/heic
Herausgegeben vonMPEG
Erstmals veröffentlicht2015
SpezifikationISO/IEC 23008-12