JPG

Was ist eine JPG-Datei?

Das Fotoformat, das überall funktioniert. Kleine Dateien, keine Transparenz, und mit jedem Speichern geht etwas Qualität verloren.

Was JPG ist

JPG ist ein Binärformat, das nur einem Programm etwas sagt, das es kennt. Es speichert ein Raster aus Bildpunkten, deshalb wird es weich, sobald man es über die eigene Auflösung hinaus vergrößert. Eingesetzt wird es für die Fotografie, das Web, E-Mail und die Weitergabe fertiger Dateien.

Die Endung lautet .jpg, der volle Name JPEG Image. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher JPG kommt

Joint Photographic Experts Group hat es 1992 veröffentlicht. Die Spezifikation ist ITU-T T.81.

Einem Format, das so lange lesbar geblieben ist, kann man etwas anvertrauen, das man in zehn Jahren wiederhaben will.

Die Spezifikation ist öffentlich

Sie ist vollständig veröffentlicht, das Format lässt sich also aus dem Dokument umsetzen statt durch Nachsehen. Deshalb taucht es in so vielen Programmen auf, und deshalb gehen Dateien von vor zwanzig Jahren heute noch auf. Veröffentlicht heißt allerdings nicht lizenzfrei: Wo ein Format einen Codec einpackt, ist die Patentfrage eine eigene, die der Standard nicht mitbeantwortet.

Detail wird gegen Größe getauscht

JPG wirft Detail weg, um klein zu bleiben, und was weg ist, kommt nicht wieder. Für etwas, das angesehen wird, ist das der richtige Tausch; für etwas, das bearbeitet wird, der falsche — jedes erneute Speichern nimmt sich noch einen Bissen.

Es kann nicht durchsichtig sein

JPG hat keinen Platz für Durchsichtigkeit. Was in der Quelle durchschien, wird beim Umwandeln mit einer Farbe gefüllt — mit Weiß, sofern nichts anderes gewählt wird.

Welche Farben es beschreiben kann

Bis zu 8 Bit je Kanal. Arbeiten kann es in RGB, Graustufen und YCbCr, das Modell, in dem Video und JPEG komprimieren.

Acht Bit je Kanal ist das, was ein Bildschirm zeigt und was fast jedes Ausgabeformat mitbringt.

Es gibt eine Größengrenze, die man kennen sollte

JPG kann kein Bild beschreiben, das länger als 65.535 Bildpunkte je Seite ist. Das liegt weit über einer gewöhnlichen Fotografie und gut in Reichweite eines zusammengesetzten Panoramas oder einer hochauflösenden Abtastung — genau dort begegnet man ihr.

Es läuft auch unter anderen Namen

Auch bekannt als JPEG. Nützlich bei der Suche nach einem Programm, das damit umgeht: Der Name auf der Spezifikation und der Name im Menü sind nicht immer derselbe.

Was JPG öffnet

Adobe Photoshop, GIMP und Preview lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Jeder aktuelle Browser liest es.

Damit lässt es sich bedenkenlos auf eine Seite stellen oder an eine Nachricht hängen, ohne sich zu fragen, was die Gegenseite installiert hat.

Was es außer dem Inhalt tragen kann

JPG kann EXIF-Daten, XMP-Einträge, IPTC-Felder, ICC-Profile und GPS-Koordinaten halten.

Über die GPS-Koordinaten lohnt sich ein Gedanke, bevor eine Datei irgendwohin geht: Sie sagen, wo die Aufnahme entstanden ist, und fast nichts weist darauf hin, dass sie noch drinstehen.

Es ist ein Ausgabeformat

JPG ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Was damit schiefgeht

Die wiederkehrenden Klagen: es verliert bei jedem erneuten Speichern ein wenig.

Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.

Jedes Speichern wirft etwas weg

Die JPEG-Kompression verliert absichtlich: Sie verwirft Information, die das Auge kaum bemerkt, und behält den Rest. Überraschend daran ist, dass das bei jedem Speichern erneut passiert, nicht nur beim ersten. Ein Foto öffnen, um neunzig Grad drehen, speichern — und schon ist eine Generation Qualität bezahlt für einen Vorgang, der theoretisch keinen einzigen Bildpunkt anfasst.

Daraus folgt genau eine Regel: einmal umwandeln, vom Original, in das Format und die Qualität, die gebraucht werden. Muss etwas geändert werden, geht man zurück zum Original statt das JPG nachzubearbeiten. Eine dreimal mit Qualität 85 gespeicherte Datei ist schlechter als eine einmal mit 70 gespeicherte, so großzügig die Zahl auch aussieht.

Was der Qualitätsregler wirklich tut

Er ist kein Prozentsatz von irgendetwas. Er steuert, wie grob die Koeffizienten gerundet werden, in die das Bild zerlegt wurde, und die Skala ist nicht linear: Der Unterschied zwischen 95 und 90 ist kaum zu sehen und kostet reichlich Bytes, der zwischen 70 und 65 ist sichtbar.

Zwischen 80 und 90 liegt der Punkt, an dem fast niemand das Ergebnis auf einem Bildschirm vom Original unterscheidet, während die Datei bereits enorm geschrumpft ist. Unter 70 tauchen Artefakte in gleichmäßigen Flächen auf — Himmel verraten es zuerst — und man muss sie bei hundert Prozent ansehen, weil die verkleinerte Vorschau genau den Fehler verbirgt, nach dem man sucht.

Es ist schlecht in genau dem, wofür es nicht gebaut wurde

Das Format entstand 1992 für Fotografien, also für Bilder aus stufenlosen Verläufen. Bei einem Bildschirmfoto, einem flächigen Logo oder schwarzer Schrift auf weißem Grund tut es das Gegenteil des Gewünschten: Um scharfe Kanten erscheinen Schleier und Flecken, und bei gleichem Dateigewicht ist das Ergebnis schlechter lesbar als in jedem anderen Format.

Für solche Inhalte ist PNG die Antwort — verlustfrei, und bei flächiger Grafik oft sogar kleiner als das JPG. Enthält Ihr Bild Text, ist das keine Geschmacksfrage, sondern eine technisch falsche Wahl.

Farbunterabtastung, und das Problem mit roter Schrift

Fast jedes JPEG speichert die Helligkeit in voller Auflösung und die Farbe nur zur Hälfte oder zu einem Viertel, weil das menschliche Auge Helligkeitsdetails weit besser auflöst als Farbdetails. Bei einer Fotografie ist der Kniff unsichtbar und spart erheblich.

Sichtbar wird er in einem klar umrissenen Fall: Text oder dünne Linien in kräftiger Farbe auf andersfarbigem Grund, typischerweise Rot auf Weiß oder Blau auf Weiß. Die Kanten franst es so aus, dass keine Qualitätseinstellung es repariert — das Problem ist nicht die Rundung, sondern die Zahl der Farbproben. Deshalb gehört eine Grafik mit farbiger Schrift nie in ein JPG.

Keine Transparenz, und was das praktisch heißt

Das Format hat keinen Alphakanal und wird nie einen bekommen. Ein Bild mit durchsichtigen Bereichen bekommt sie beim Umwandeln mit Weiß oder Schwarz gefüllt, und die Entscheidung trifft der Konverter statt Ihnen.

Die alltägliche Folge ist ein Logo, das auf der weißen Testseite richtig aussah und auf jedem farbigen Hintergrund wie eine aufgeklebte Briefmarke wirkt. Hat das Bild eine Kontur, die kein Rechteck ist, scheidet JPG aus und es bleiben PNG oder WebP.

Die Metadaten, an die niemand denkt

Ein mit dem Telefon aufgenommenes Foto führt EXIF-Daten mit: Gerätemodell, in manchen Fällen die Seriennummer, Datum und Uhrzeit auf die Sekunde, die Aufnahmeeinstellungen und — sofern die Ortung an war — die GPS-Koordinaten auf wenige Meter genau.

Sie überstehen das Kopieren, das Verschieben zwischen Datenträgern und den Mailversand, weil keiner dieser Vorgänge in die Datei hineinsieht. Deshalb kann ein Verkaufsinserat mit dem im Hof aufgenommenen Foto die Wohnadresse gleich mitveröffentlichen. Auf dieser Seite gibt es ein eigenes Werkzeug dafür, das im Browser arbeitet und nichts hochlädt.

Dreiunddreißig Jahre alt und immer noch die Vorgabe

WebP und AVIF liefern bei gleichem Aussehen um dreißig bis vierzig Prozent kleinere Dateien, und alle aktuellen Browser lesen sie. Technisch ist die Sache seit Jahren entschieden.

Trotzdem bleibt JPG die richtige Antwort, wenn ein Bild überall und von jedem ohne Rückfragen geöffnet werden muss: Anhänge, Portale, Fotolabore, ältere Warenwirtschaften, Formulare, die genau eine Endung annehmen. Kompatibilität summiert sich auf eine Weise, wie Qualität es nicht tut, und eine Datei, die sich überall öffnet, schlägt eine bessere, die sich fast überall öffnet.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats JPG.
Endung.jpg, .jpeg, .jpe
Medientypimage/jpeg
Herausgegeben vonJoint Photographic Experts Group
Erstmals veröffentlicht1992
SpezifikationITU-T T.81

Woher diese Zahlen stammen

Was auf dieser Seite steht, lässt sich nachprüfen — hier stehen die Dokumente, die es festlegen.