MOBI

Was ist eine MOBI-Datei?

Amazons älteres Kindle-Format. Von AZW3 abgelöst, aber viele ältere Dateien sind noch so.

Was MOBI ist

MOBI ist ein Binärformat, das nur einem Programm etwas sagt, das es kennt. Eingesetzt wird es für die Weitergabe fertiger Dateien.

Die Endung lautet .mobi, der volle Name Mobipocket E-book. Beides sagt weniger aus als das, was die Datei halten kann — und davon handelt der Rest dieser Seite.

Woher MOBI kommt

Mobipocket hat es 2000 veröffentlicht.

Das Alter ist aus einem praktischen Grund interessant: je älter ein Format, desto mehr Programme hatten Zeit, es zu lernen.

Die Spezifikation gehört dem Hersteller

Sie außerhalb der herstellereigenen Software zu lesen, beruht auf der Arbeit anderer Leute — meist durch Nachsehen, nicht durch Dokumentation. Das geht meistens gut und manchmal nicht, und genau deshalb wandelt man um, was man behalten will.

Es ist abgelöst worden

Wer es gemacht hat, ist weitergezogen, und Unterstützung wird eher zurückgenommen als ergänzt. Was noch in diesem Format liegt, sollte umziehen, solange die Werkzeuge dafür noch da sind.

Es kann mehrere Seiten in einer Datei halten

Eine MOBI-Datei ist nicht auf eine Seite beschränkt. Beim Umwandeln in etwas, das es ist, zählt das: Eine Umwandlung ergibt eine Datei mit genau einer Seite — der ersten, sofern sich die Seite nicht auswählen lässt.

Was MOBI öffnet

Calibre und Kindle lesen es, und die meisten Programme derselben Art ebenfalls.

Wenn eine Datei nicht aufgeht, liegt es selten am Format — häufiger daran, dass das Programm älter ist als das Format. Die Umwandlung in etwas Älteres ist der verlässliche Weg daran vorbei, und dafür gibt es den Rest dieser Website.

Im Browser öffnen

Kein Browser liest es.

Das ist der häufigste Grund, es umzuwandeln: nicht dass das Format schlecht wäre, sondern dass die Stelle, an der die Datei erscheinen soll, es nicht lesen kann.

Es ist ein Ausgabeformat

MOBI ist zum Weitergeben gedacht, nicht zum Arbeiten. Eines zu bearbeiten ist möglich und selten angenehm; der vernünftige Weg führt über die Quelle und einen neuen Export.

Was damit schiefgeht

Die wiederkehrenden Klagen: außerhalb des eigenen Reviers ist die Unterstützung lückenhaft.

Nichts davon ist ein Grund, das Format zu meiden. Es sind die Dinge, die man kennen sollte, bevor eines davon einen überrascht — das ist eine andere und eine nützlichere Behauptung.

Ein Format aus der Zeit vor brauchbaren E-Reader-Displays

Mobipocket veröffentlichte MOBI im Jahr 2000 zum Lesen auf Palm-Geräten und frühen Telefonen, und Amazon kaufte das Unternehmen 2005, um darauf den Kindle zu bauen. Die Designannahmen stammen aus jener Zeit: winzige Bildschirme, kaum Rechenleistung, keine Erwartung, dass ein Buch überhaupt irgendwie aussehen müsste.

Entsprechend spartanisch ist die Formatierung von Grund auf. Es ist HTML von ungefähr 1997er-Qualität — fett, kursiv, eine Handvoll Überschriften und einfache Bilder — ohne richtige Stylesheet-Unterstützung, ohne eingebettete Schriften, ohne nennenswerte Tabellen und ohne feste Layouts. Für einen Roman reicht das vollkommen, weshalb es zwanzig Jahre gehalten hat.

In Deutschland war es ohnehin nie die dominante Wahl

Der deutsche E-Book-Markt läuft überwiegend über Tolino, den gemeinsamen Standard von Thalia, Weltbild und einer Reihe weiterer Buchhändler, und Tolino-Geräte lesen von Haus aus EPUB, nicht MOBI. Wer in Deutschland ein E-Book kauft, bekommt also meist ohnehin schon EPUB — MOBI taucht praktisch nur bei Kindle-Nutzern und bei älteren, mitgebrachten Bibliotheken auf.

Das ändert nichts an der Technik, verschiebt aber die Dringlichkeit: Für die meisten deutschen Leser ist eine MOBI-Datei ein Format, dem sie beim Umzug von einer alten Bibliothek begegnen, nicht eines, das sie aktiv weiter nutzen wollen.

Amazon nimmt es seit 2022 nicht mehr an

Send to Kindle akzeptiert kein MOBI mehr. Der Ersatz ist EPUB, das Amazon auf der eigenen Seite umwandelt, und dieser Schritt hat MOBI von einem alten zu einem für seinen Hauptzweck toten Format gemacht.

Bücher, die bereits auf einem Gerät liegen, funktionieren weiter, und das Laden per USB klappt bei vielen älteren Kindles nach wie vor. Aber eine MOBI-Datei ist jetzt eine Datei zum Umwandeln, kein Ziel mehr — wer eine Bibliothek pflegt, sollte sie als Altlast behandeln und nicht als Zielformat.

Zwei Bücher in einer Datei

Eine Datei kann mehr als eine Fassung des Buches enthalten. Spätere Dateien tragen sowohl den ursprünglichen MOBI-Inhalt als auch einen KF8-Abschnitt — die AZW3-Generation mit echtem CSS —, sodass ein moderner Kindle den einen und ein altes Gerät den anderen nutzt.

Das ist beim Umwandeln wichtig. Ein Konverter, der nur den älteren Abschnitt liest, erzeugt ein Buch ohne die Formatierung, die in der Datei die ganze Zeit vorhanden war, und der Unterschied ist bei allem sichtbar, was mehr ist als reiner Fließtext. Calibre wählt den besseren Abschnitt aus; einfachere Werkzeuge tun das nicht immer.

Kopierschutz entscheidet, ob überhaupt etwas möglich ist

Im Kindle-Shop gekaufte Bücher tragen meist einen Kopierschutz, der den Inhalt an ein Konto bindet. Eine geschützte MOBI-Datei lässt sich mit keiner anderen Software öffnen und auch nicht umwandeln — ein Konverter meldet einen Fehler statt ein Buch zu liefern, und das ist die Verschlüsselung, die funktioniert, kein Defekt.

Viele MOBI-Dateien haben gar keinen: Bücher von Autoren und Verlagen, die darauf verzichtet haben, selbst erstellte Dateien, Material aus anderen Quellen. Der schnelle Test ist die Umwandlung in Calibre, nicht der Blick auf die Datei — der Kopierschutz lässt Kopfdaten und Cover lesbar, sodass ein geschütztes Buch mit Titel und Umschlagbild in der Bibliothek erscheint und erst scheitert, wenn der Text abgerufen wird. Das Entfernen ist eine eigene Frage mit Antworten, die von Land zu Land verschieden sind, und kein Werkzeug, das diese Seite anbietet.

Eine Datei heute lesen

Calibre öffnet ungeschützte MOBI-Dateien im eigenen Betrachter und ist die praktische Desktop-Antwort. Amazons Kindle-Apps öffnen alles, was am eigene Konto hängt. Ältere Kindle-Geräte lesen per USB geladene Dateien.

Nicht öffnen wird sie Apple Books, ein Browser, kein anderer E-Reader und kein Telefon ohne passende App. Für all das ist die Antwort eine Umwandlung, und es gibt keinen Grund, das ursprüngliche Format danach noch im Spiel zu halten.

MOBI nach EPUB umwandeln

Das ist der richtige Schritt für alles Ungeschützte, und die Umwandlung ist unkompliziert, weil beide Formate im Kern HTML sind. Text, Kapitelstruktur, Bilder und das Inhaltsverzeichnis kommen sauber an.

Was sich hinterher zu prüfen lohnt, sind eher Metadaten als Inhalt — Autorennamen sortieren sich seltsam, wenn die Felder locker ausgefüllt wurden, und Reiheninformationen wurden über die Formatgeschichte hinweg uneinheitlich gespeichert. Ein Buch umwandeln, prüfen, wie es in der eigenen Bibliothek ankommt, dann den Rest. EPUB ist zudem das, was Send to Kindle heute erwartet — die Umwandlung dient also sowohl einer allgemeinen Bibliothek als auch dem Kindle selbst.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kennungen und Herkunft des Formats MOBI.
Endung.mobi
Medientypapplication/x-mobipocket-ebook
Herausgegeben vonMobipocket
Erstmals veröffentlicht2000

MOBI-Dateien: häufige Fragen

Kann ich MOBI-Dateien noch an meinen Kindle senden?

Nicht über Send to Kindle — Amazon nimmt das Format seit 2022 nicht mehr an und erwartet stattdessen EPUB. Das Laden über USB funktioniert bei vielen älteren Kindles weiterhin, und bereits auf dem Gerät befindliche Bücher funktionieren unverändert.

Wie öffne ich eine MOBI-Datei?

Calibre öffnet ungeschützte Dateien auf dem Desktop und ist die praktische Antwort. Amazons Kindle-Apps öffnen alles, was am eigenen Konto hängt. Apple Books, Browser und andere E-Reader tun das nicht, weshalb eine Umwandlung meist das Ziel ist.

Was unterscheidet MOBI von AZW3?

AZW3 ist Kindle Format 8 und brachte echtes CSS, eingebettete Schriften und richtige Tabellen. MOBI ist die ältere Generation mit HTML von ungefähr 1997er-Qualität und kaum Formatierung — für einen Roman ausreichend, für alles Gestaltete zu wenig.

Warum lässt sich meine MOBI-Datei nicht umwandeln?

Fast immer wegen eines Kopierschutzes, der den Inhalt an ein Amazon-Konto bindet. Konverter melden einen Fehler statt ein Buch zu erzeugen. Ein Cover in der Bibliothek beweist nichts — der Kopierschutz lässt die Kopfdaten lesbar —, der eigentliche Test ist, ob Calibre die Datei umwandelt.

Sollte ich meine MOBI-Bibliothek nach EPUB umwandeln?

Ja, für alles Ungeschützte. EPUB ist ein offener Standard, den praktisch alles liest, es ist das, was Send to Kindle heute erwartet, und beide Formate sind im Kern HTML, sodass Text, Kapitel, Bilder und Inhaltsverzeichnis sauber übernommen werden.

Warum hat mein umgewandeltes Buch die Formatierung verloren?

Spätere MOBI-Dateien enthalten zwei Fassungen des Buches — die alte und einen KF8-Abschnitt mit echtem CSS. Ein Konverter, der nur den älteren Abschnitt liest, erzeugt ein abgespecktes Ergebnis, obwohl die Formatierung in der Datei vorhanden war. Calibre wählt den besseren Abschnitt aus, einfachere Werkzeuge nicht immer.