Was die einzelnen Volumen-Einheiten sind
Milliliter ml
Ein Milliliter ist exakt ein Kubikzentimeter — deshalb stehen in Medizin und Labor beide Angaben nebeneinander und meinen dasselbe.
Liter l
Ein Liter sind tausend Kubikzentimeter. Streng genommen keine SI-Einheit — die wäre der Kubikmeter —, aber zur Verwendung mit dem SI zugelassen und das Maß, in dem Kraftstoff, Getränke und Rezepte gemessen werden.
US-Flüssigunze fl oz
Eine US-Flüssigunze sind 29,57 ml, eine britische 28,41 ml. Zwei verschiedene Einheiten unter demselben Namen — und Rezepte schreiben selten dazu, welche gemeint ist.
US-Cup cup
Ein US-Cup sind 236,6 ml, amerikanische Nährwertangaben rechnen aber mit einem gesetzlich festgelegten Cup von exakt 240 ml, und ein australischer Cup hat 250. Bei einem verzehnfachten Rezept macht sich das bemerkbar.
US-Pint pt
Ein US-Pint sind 473 ml, ein imperiales 568 ml — ein Fünftel mehr. Für alle, die ein Rezept nachkochen oder ein Bier bestellen, ist das der folgenreichste Unterschied zwischen beiden Systemen.
US-Quart qt
Ein Quart ist ein Viertel Gallone, daher der Name. Wie Pint und Gallone trägt es den Unterschied zwischen amerikanischem und imperialem Maß mit sich.
US-Gallone gal
Eine US-Gallone ist als exakt 231 Kubikzoll definiert — eine Festlegung, die auf eine englische Weingallone von 1707 zurückgeht. Die imperiale Gallone fasst 4,55 Liter und ist damit rund 20 % größer.
Hinweise zu den gängigen Volumen-Umrechnungen
US-Cup in US-Flüssigunze
Ein US-Rezept, ein deutsches Küchenregal
Wer ein amerikanisches Rezept nachkocht, stößt zuerst auf die Cup-Angabe und dann auf die Frage, was in der eigenen Küche als Cup zählt. Die achtsam übersetzten deutschen Ausgaben amerikanischer Kochbücher geben Cups oft unübersetzt an, weil eine Umrechnung in Milliliter pro Zutat die Rezeptur verändern würde — und überlassen die Umrechnung damit dem Leser.
Ein US Cup ist per Definition 8 US Fluid Ounces, das Verhältnis der beiden Einheiten also exakt acht zu eins. In Milliliter sind das 236,5882 ml (236,588 ist bereits eine gerundete Anzeige) — abgeleitet aus der Gallonendefinition, nicht gemessen, und deshalb ist diese Umrechnung eine der wenigen auf dieser Seite, die beim Verhältnis der beiden Cup-Einheiten keine Nachkommastellen verliert.
US-Cup in US-Gallone
Ein amerikanisches Braurezept beginnt fast immer bei fünf Gallonen
Die amerikanische Hobbybrau-Szene hat sich historisch auf eine Sudgröße von 5 Gallonen eingespielt, weil das die typische Kapazität eines Gärbehälters aus dem Baumarkt ist. Fünf Gallonen entsprechen 18,9 Litern, eine Zahl, mit der sich ein deutscher Braukessel — meist auf 20 oder 30 Liter ausgelegt — nur bedingt deckt, sodass ein Rezept praktisch immer umgerechnet werden muss.
Sechzehn Cups ergeben eine Gallone, und diese Kette hat zwei Zwischenstufen, an denen sich verrechnen lässt: 2 Cups sind ein Pint, 4 Quart sind eine Gallone. Wer sich an die eingängige Acht aus „acht Pints in einer Gallone“ erinnert, überträgt sie leicht fälschlich auf Cups — die richtige Zahl dort ist sechzehn.
US-Cup in Liter
Der Thermomix-Becher ist kein Cup, auch wenn beide „Becher" heißen
Der Messbecher, der jedem Thermomix beiliegt, fasst 100 Milliliter, nicht 236,6. Ein amerikanisches Rezept, das vier Cups verlangt, entspricht knapp 9,5 Thermomix-Bechern — keiner runden Zahl, und genau deshalb der Punkt, an dem eine direkte Übertragung „vier Becher" für „vier Cups" gefährlich naheliegend, aber falsch ist.
Wer ein US-Rezept für den Thermomix umrechnet, sollte deshalb immer über die Literzahl gehen und nicht über die Becherzahl: vier Cups sind 0,946 Liter, das sind 9,46 Thermomix-Becher — eine Zahl, die sich nicht rundet, ohne am Ende sichtbar zu wenig oder zu viel Flüssigkeit im Topf zu haben.
US-Cup in ml
Ein amerikanischer YouTube-Kanal, eine deutsche Digitalwaage
Amerikanische Backkanäle und Foodblogs geben Zutatmengen fast ausnahmslos in Cups an, während deutsche Hobbybäcker inzwischen fast durchgehend mit einer Digitalwaage arbeiten, die Gramm und Milliliter anzeigt, aber keine Cups. Ein Rezept, das eine halbe Tasse Milch verlangt, wird deshalb zunächst in 118,3 Milliliter übersetzt und erst dann auf der Waage abgemessen — ein zusätzlicher Schritt, den das amerikanische Original nicht kennt.
Bei trockenen Zutaten wie Mehl bleibt diese Übersetzung trotzdem unvollständig, weil die Milliliterzahl allein nicht verrät, wie viel Mehl tatsächlich in der Tasse steckt — dafür braucht es die Gramm-Angabe, die viele deutsche Übersetzungen amerikanischer Rezepte inzwischen zusätzlich mitliefern, gerade weil die reine Volumenumrechnung bei Mehl in die Irre führt.
US-Cup in US-Pint
Zwei Cups auf den Pint, und warum das Ergebnis meist eine Hälfte ist
Der Faktor ist zwei, und der interessante Teil ist, was das Halbieren ergibt. Gerade Cup-Zahlen liefern ganze Pints — 2 Cups sind ein Pint, 4 sind zwei. Ungerade Zahlen liefern immer eine Hälfte, weil es zwischen Cup und Pint nichts gibt, das den Rest auffängt: 3 Cups sind 1,5 Pints, 7 Cups sind 3,5, ohne dass irgendeine Umformulierung daraus eine ganze Zahl macht.
Wer ein amerikanisches Rezept mit 2 oder 4 Cups Brühe vor sich hat, hat einen Autor, der in Gebinden gedacht hat; einer mit 3 Cups hat in Verhältnissen gedacht. Das ist bei einem übersetzten Rezept wissenswert, bevor eingekauft wird, weil der Rest eines Pints im Kühlschrank bleibt — bei Sahne, die nach dem Öffnen nicht lange hält, keine triviale Frage.
US-Cup in US-Quart
Warum ein deutscher Kochtopf plötzlich Quarts kennen muss
Amerikanische Rezepte — ob aus einem übersetzten Kochbuch, einem Foodblog oder einer Instant-Pot-Anleitung — geben die Zutatenmenge in Cups an und die passende Topf- oder Gefäßgröße in Quarts. Vier Cups ergeben einen Quart, und wer eine deutsche Küche danach ausrichten will, muss die Cup-Menge in Quarts umrechnen, um überhaupt zu wissen, welcher Liter-Topf gefragt ist.
Das ist der Punkt, an dem die deutsche Küche mit der amerikanischen kollidiert: Ein deutscher Topf ist in Litern ausgezeichnet, kein amerikanisches Rezept nennt Liter. Die Cup-zu-Quart-Rechnung ist damit nur die halbe Strecke — am Ende steht immer noch eine Umrechnung in Liter, aber ohne den Zwischenschritt über den Quart weiß man nicht, welche Literzahl überhaupt zu suchen ist.